27. September 2022, 14.00 Uhr

Beton – das Fundament für nachhaltiges Bauen

Zürich, 27. September 2022 – Etwas Wasser, Zement sowie reichlich Sand und Kies vereinen sich zu einer grauen Masse, die vielseitig, langlebig und regional gewonnen und zum Einsatz kommt: Beton ist zu 100 % rezyklierbar und bildet damit das Fundament für nachhaltiges Bauen. Im Rahmen der Online-Dokumentation «Beton2030» informiert BETONSUISSE über Themen rund um den Baustoff der Zukunft und eine umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft. Angestrebt wird ein noch ökologischerer Fussabdruck – im Einklang mit dem Netto-Null-Klimaziel der Schweiz.

«Beton wird oftmals unterschätzt. Dabei sind die Eigenschaften des Baustoffs erstaunlich. Der Kunststein agiert beispielsweise als Energiespeicher und wiederverwendbarer Transformationskünstler. Zudem wird Beton hierzulande hergestellt und ist somit «Swiss Made». Kurze Transportwege und zahlreiche Recycling-Möglichkeiten machen Beton attraktiv für künftige Bauprojekte aller Art», sagt Patrick Suppiger, Geschäftsführer von BETONSUISSE.

Die vielseitigen Eigenschaften des Allzweck-Baustoffs

Die natürliche Zusammensetzung von Be ton ist einfach: Wasser, Zement sowie Sand und Kies bilden einen widerstandsfähigen und zugleich formbaren Baustoff. Die Betonbranche arbeitet mit Wissenschaft und Forschung dauerhaft und intensiv an Produktinnovationen. Das Ergebnis sind unterschiedliche Betonrezepturen, die zielgerichtet zum Einsatz kommen. So wird beispielsweise zwischen Recyclingbeton, Sichtbeton, Dämmbeton und Ultrahochleistungsbeton etc. unterschieden. «Bei der Planung wird jeder Baustoff so verwendet, dass seine Vorzüge optimal zum Tragen kommen und umsichtig mit der Umwelt umgegangen wird. Schliesslich bauen wir auch für künftige Generationen und müssen entsprechend «enkelfähig» agieren. Ressourcenschonende Bauweisen ermöglichen es, dem heutigen Lebensstandards gerecht zu werden und gleichzeitig eine intakte Umwelt zu hinterlassen», so Suppiger.

Beton gilt als robust und formbar, aber der Baustoff kann noch mehr. Über die «Carbonisierung» nimmt Beton gemäss der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) und dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) im Lauf der Nutzung rund 10 % der CO2-Emissionen aus der Umgebungsluft dauerhaft auf. «Recyclingbeton spielt beim Bau inzwischen eine grosse Rolle. In der Schweiz fallen jährlich rund 7.6 Mio. Tonnen Betonabbruch an, der als Recyclingbeton wiederverwendet wird. Mit diesem Beton und der CO2-Bindung kann im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise beispielsweise eine Einsparung von 71 Tonnen CO2 erreicht werden. Das entspricht ungefähr der jährlichen CO2-Aufnahme von 3'500 Schweizer Tannen», erklärt Suppiger. Zusätzlich kann CO2 gezielt im Recyclingmaterial gespeichert werden. So kann nochmals rund 10-15 % CO2 gespeichert werden.

Darüber hinaus ist Beton aufgrund der hohen Materialdichte ein hervorragender Energiespeicher und kann dank thermischer Bauteilaktivierung sowohl für das Heizen als auch bei der Raumkühlung eingesetzt werden. Die Wärmespeicherfähigkeit von Beton optimiert im Übrigen auch die Energieeffizienz von Gebäuden.

Eine Kreislaufwirtschaft für einen ökologischen Fussabdruck

Jährlich werden etwa 16 Mio. Kubikmeter Beton in der Schweiz verbaut und rund 500 ansässige Betonwerke ermöglichen kurze Transportwege. BETONSUISSE fördert zukünftig die Bildung eines Ökosystems. «Bei Umweltgesamtbilanzen wird der ganze Lebenszyklus eines Baus betrachtet – von der Materialherstellung über den Transport, den Bau und den Betrieb bis hin zum Abbruch, der Wiederverwertung oder Entsorgung. Nur so lässt sich verlässlich abschätzen, welche Auswirkungen Bauwerke auf die Umwelt haben», führt Patrick Suppiger aus.

Hybridbauten – Beton und Holz im harmonischen Zusammenspiel

Ein Trend zeichnet sich aktuell besonders ab: Bei Hybridbauten werden Beton- und Holzelemente vereint. Auf diese Weise können die positiven Eigenschaften von Beton mit den Vorteilen von Holzkonstruktionen in Einklang gebracht werden. Beide Baustoffe harmonieren aufgrund ihrer natürlichen Beschaffenheit hervorragend im Zusammenspiel. «Was viele nicht wissen: Im ökologischen Vergleich innovativer Gebäudekonzepte zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen reinen Massivbau-, Holz- und Hybridkonstruktionen. Das ist der Grundstein für nachhaltige Bauweisen», sagt Suppiger und bezieht sich dabei auf aktuelle Studien aus dem europäischen Raum.

Das verdichtete Bauen ist ein aktueller Branchentrend, der angesichts der steigenden Wohnknappheit und der wachsenden Bevölkerung ebenfalls immer stärker in den Vordergrund rückt. Hierbei erfreut sich Beton als Multitalent grosser Beliebtheit, denn kein anderer Baustoff ist so vielseitig sowie platzsparend einsetzbar und formbar. «Zwecks einer optimalen Raumnutzung und einem reduzierten Flächenverbrauch wird künftig verstärkt in die Höhe und in die Tiefe gebaut. Beton ist Teil der Lösung, wenn weniger Fläche zur Verfügung steht. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass sich eine höhere Geschossanzahl bei Betonkonstruktionen positiv auf die Umweltbilanz auswirkt. Dabei schneidet ein Hochhaus im ökonomischen Vergleich zu einem Einfamilienhaus deutlich besser ab, auch wenn die Konstruktion aufwendig ist und technische Anforderungen mit den Höhenmetern wachsen. Wegen der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, der ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft und der einzigartigen Eigenschaften ist Beton der ideale Baustoff für künftige Bauprojekte – insbesondere im nachhaltigen Kontext», so Suppiger.

BETONSUISSE fördert mit der Online-Dokumentation «Beton2030» den Wissenstransfer zwischen Branchen, Forschung und Öffentlichkeit. Weitere Informationen finden sich auf den Webseiten beton2030.ch und betonsuisse.ch.

 

Studiennachweise

  • Eva-Lotta Kurkinen, Joakim Norén, Diego Peñaloza Nadia Al-Ayish, Otto During, 2015, Energy and climate-efficient construction systems Environmental assessment of various frame options for buildings, Sweden
  • Anne Rønning, Kjersti Prestrud, Lars G. F. Tellnes, Simon Saxegård, Simen S. Haave, Magne Lysberg, 2019, Klimagassregnskap av tre-og Betongkonstruksjoner Kontorbygning - 4, 8 og 16 etasjer, Norway
  • P.J. Sölkner A. Oberhuber S. Spaun R. Preininger F. Dolezal H. Mötzl A. Passer G. Fischer, 2103, Innovative Gebäudekonzepte im ökologischen und ökonomischen Vergleich über den Lebenszyklus, Österreich
  • Frank Werner, Rolf Frischknecht, Laura Tschümperlin, Livia Ramseier, 2018 Technische Grundlagen zur Prüfung eines Wechsels auf die europäischen EPD Normen für die ökologische Bewertung von Baustoffen und Gebäuden, Schweiz
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Medienkontakt 

Jenny A. Albert
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Über BETONSUISSE

Die BETONSUISSE Marketing AG wurde Ende 2006 durch vier Organisationen (cemsuisse, FSKB, SwissBeton und FSHBZ) der Baustoffindustrie gegründet. Seit März 2007 nimmt sie Marketing- und Kommunikationsaktivitäten der an der Wertschöpfung von Beton beteiligten Industrien wahr. BETONSUISSE informiert umfassend über nachhaltiges Bauen mit Beton und fördert mit praxisgerechten Fachveranstaltungen, Exkursionen und Publikationen den Wissenstransfer sowie den Erfahrungsaustausch über Beton.