108. Generalversammlung von Arbeitgeber Zürich:
Zürich, 12. Mai 2026 – Regulierung, Fachkräfte, geopolitischer Druck: Die Rahmenbedingungen für Zürcher Unternehmen werden anspruchsvoller. An der 108. Generalversammlung von Arbeitgeber Zürich wurde nicht nur diskutiert, sondern eingeordnet, was die momentane Lage für die Betriebe konkret bedeutet.
Suzanne Thoma, Executive Chairwoman bei Sulzer, machte deutlich: Wohlstand sei in der Schweiz keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Leistung, die Unternehmen jedes Jahr neu erbringen müssten. Umso unverständlicher sei es, dass sich das Land in einem hart umkämpften Markt mit immer neuen administrativen Auflagen selbst schwäche. Auch der Staat trage seinen Teil dazu bei, wenn er als Arbeitgeber Leistungen anbiete, die private Unternehmen unter Zugzwang setzten und ihre Erträge belasteten. Thoma warf die Frage auf, warum die Schweiz nicht eine parlamentarische Sondersession einberufe, die sich gezielt darauf konzentriere, die Schweizer Industrie zu stärken, statt sie zu behindern. Wirtschaft und Verbände sollten dazu deutlich Position beziehen.
Filippo Leutenegger, Präsident der FDP Kanton Zürich, nahm diese Forderung im anschliessenden Bühnengespräch auf. Wie nötig eine solche industriepolitische Standortbestimmung sei, zeige der Gegenvorschlag des Bundesrats zur Konzerninitiative. Er argumentiere wirtschaftsfremd, an den Realitäten der Exportwirtschaft vorbei und lasse offen, ob Bundesbern verstanden habe, dass ohne Exportwirtschaft der Wohlstand der Schweiz auf dem Spiel stehe.
Ein zentrales Fazit der Versammlung: Die Schweiz muss ihren Wohlstand jedes Jahr neu erarbeiten. Wer das ernst nimmt, baut Hürden ab, statt neue zu schaffen, und stärkt die Arbeitgeber, statt sie zu konkurrenzieren.
Klareres Profil, gleiche Substanz
“Arbeitgeber Zürich” tritt künftig mit neuem Logo und unter diesem Namen auf, ohne das Kürzel “VZH”. Kürzer, direkter, näher an dem, wofür der Verband steht. «Wenn Gesetze praxisfern werden, zahlen die Betriebe drauf», sagt Direktor Christian Zehnder. «Unsere Aufgabe ist, das zu verhindern, bevor der Schaden entsteht.»
Dahinter steckt mehr als ein Namensschritt: Der Verband versteht sich als operativer Partner für Arbeitgeberfragen, nicht nur als Beobachter politischer Prozesse.